Versicherungsgrundlagen in Deutschland: unverzichtbare, sinnvolle und meist überflüssige Policen (allgemeine Orientierung)
Ordnen Sie Versicherungen mit einer einfachen Risikoregel in unverzichtbar, situationsabhängig und meist überflüssig ein und beurteilen Sie Selbstbeteiligungen mit einer Break-even-Rechnung.
Was Sie lernen werden
- Die Grundregel bei der Entscheidung, was Sie versichern: Schadenshöhe vor Wahrscheinlichkeit.
- Welche Versicherungen für die meisten Menschen in Deutschland Pflicht oder unverzichtbar sind.
- Welche Versicherungen von Ihrer Situation abhängen und welche meist überflüssig sind.
- Wie Sie eine Selbstbeteiligung mit einer einfachen Break-even-Rechnung beurteilen.
Erklärung
Diese Lektion bietet eine allgemeine Orientierung, keine individuelle Beratung. Ihr Versicherungsbedarf hängt von Ihrer Familie, Ihrem Beruf, Ihrer Gesundheit und Ihrem Eigentum ab. Für eine neutrale Überprüfung kommen Verbraucherzentralen (Verbraucherzentralen) und unabhängige Versicherungsberater gegen Honorar (Versicherungsberater) infrage; auf Provision arbeitende Vermittler haben ein Interesse am Verkauf.
Die Kernregel: Versichern Sie, was Sie ruinieren könnte
Der Versicherungsbeitrag (Prämie) ist der Preis, den Sie für den Versicherungsschutz zahlen. Im Durchschnitt zahlen Versicherte als Gruppe mehr an Beiträgen, als sie an Leistungen erhalten, weil der Versicherer seine Kosten und seinen Gewinn decken muss. Eine Versicherung lohnt sich daher, wenn ein Schaden zu groß für Ihre Ersparnisse wäre, selbst wenn er unwahrscheinlich ist. Kleine, verkraftbare Schäden tragen Sie günstiger selbst über den Notgroschen (Lektion 3). Das nennt man Selbstversicherung.
Stellen Sie bei jeder Police zwei Fragen: (1) Wie hoch ist der maximale Schaden ohne sie? (2) Könnte mein Notgroschen das bezahlen? Lautet die Antwort auf (2) Ja, ist die Police meist nicht unverzichtbar.
Pflichtversicherungen
- Krankenversicherung (Krankenversicherung): Jeder, der in Deutschland lebt, muss eine haben, entweder gesetzlich (gesetzlich) oder – für berechtigte Gruppen – privat. Die Pflegeversicherung (Pflegeversicherung) ist daran gekoppelt.
- Kfz-Haftpflichtversicherung (Kfz-Haftpflicht): gesetzlich vorgeschrieben für jedes zugelassene Fahrzeug.
Unverzichtbar für die meisten Menschen
- Private Haftpflichtversicherung (Privathaftpflichtversicherung): Nach deutschem Zivilrecht haften Sie für Schäden, die Sie anderen zufügen, und zwar ohne Obergrenze. Wenn Sie jemanden bei einem Fahrradunfall verletzen, kann das mehr kosten als die Ersparnisse eines ganzen Lebens. Wählen Sie eine hohe Deckungssumme (mehrere Millionen Euro).
- Berufsunfähigkeitsversicherung (Berufsunfähigkeitsversicherung): Wenn Sie auf Ihr Einkommen angewiesen sind, ist der Verlust der Fähigkeit, Ihren Beruf auszuüben, eines der größten finanziellen Risiken. Gesetzliche Leistungen bei Erwerbsminderung sind in der Regel begrenzt. Die Beiträge hängen von Alter, Beruf und Gesundheit ab; beantworten Sie Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß.
- Risikolebensversicherung (Risikolebensversicherung): unverzichtbar, wenn jemand von Ihrem Einkommen abhängt oder Sie eine Baufinanzierung haben; für Alleinstehende ohne Angehörige, die versorgt werden müssen, meist überflüssig.
Je nach Situation sinnvoll
- Hausratversicherung (Hausrat): sinnvoll, wenn die Wiederbeschaffung Ihres Hausrats Ihre Ersparnisse übersteigen würde.
- Wohngebäudeversicherung (Wohngebäude): unverzichtbar für Eigentümer, je nach Lage einschließlich Schutz gegen Naturgefahren (Elementarschäden).
- Auslandsreisekrankenversicherung (Auslandsreisekrankenversicherung): Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt außerhalb der EU wenig oder nichts, und ein medizinischer Rücktransport kann sehr teuer werden.
- Rechtsschutzversicherung (Rechtsschutz): hängt von Ihrem Streitrisiko ab; prüfen Sie die Ausschlüsse.
Meist überflüssig
Policen für kleine, verkraftbare Schäden: Handy- oder Elektronikversicherung, Brillenversicherung, Reisegepäckversicherung, Garantieverlängerungen und oft auch die mit Konsumentenkrediten verkaufte Restschuldversicherung (Restschuldversicherung), die die Kosten eines Kredits erheblich erhöhen kann.
Selbstbeteiligung
Eine Selbstbeteiligung (Selbstbeteiligung) ist der Teil jedes Schadens, den Sie selbst zahlen. Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Beitrag. Sie lohnt sich, wenn Sie selten Schäden melden und Ihr Notgroschen die Selbstbeteiligung auffangen kann.
Break-even in Jahren zwischen Schadensfällen = Erhöhung der Selbstbeteiligung ÷ jährliche Beitragsersparnis
Rechenbeispiel
Hypothetisches Beispiel: Alle Beiträge und Beträge sind erfundene, runde Zahlen, keine Marktpreise.
Teil A: Handyversicherung. Beitrag €8 pro Monat, Selbstbeteiligung €50 pro Schadensfall, Wert des Handys €600. Beitragskosten über zwei Jahre = €8 × 24 = €192. Wird das Handy gestohlen, zahlt der Versicherer höchstens etwa €600 − €50 = €550. Maximaler Schaden ohne Versicherung: €600, die Lenas Notgroschen von €7,250 bezahlen kann. Ergebnis: selbst tragen.
Teil B: Private Haftpflicht. Beitrag €60 pro Jahr (angenommen) für eine Deckungssumme von €10,000,000. Maximaler Schaden ohne sie: keine Obergrenze und möglicherweise weit jenseits aller Ersparnisse. Ergebnis: versichern.
Teil C: Wahl der Selbstbeteiligung bei der Hausratversicherung. Option 1: €0 Selbstbeteiligung, €120 pro Jahr. Option 2: €150 Selbstbeteiligung, €90 pro Jahr. Ersparnis = €120 − €90 = €30 pro Jahr. Break-even = €150 ÷ €30 = 5 Jahre. Wenn Sie seltener als einmal in fünf Jahren mit einem Schadensfall rechnen und €150 aus Ersparnissen zahlen können, ist Option 2 auf Dauer günstiger.
Häufiger Fehler
Übung
Hypothetischer Fall: Ben, 27, alleinstehend, angestellt, wohnt zur Miete, besitzt ein Fahrrad und einen Laptop und hat €6,000 gespart. Seine aktuellen Policen: Handyversicherung €9/Monat, Reisegepäckversicherung €40/Jahr, Rechtsschutz €200/Jahr. Er hat keine private Haftpflicht- und keine Berufsunfähigkeitsversicherung. (a) Ordnen Sie jede vorhandene und jede fehlende Police in behalten, kündigen oder hinzufügen ein. (b) Wie viel kosten seine Handy- und Gepäckversicherung pro Jahr? (c) Eine Rechtsschutzversicherung bietet eine Selbstbeteiligung von €300 statt €150 und spart dadurch €25 pro Jahr. Wie hoch ist der Break-even?
Lösung anzeigen
(a) Private Haftpflicht hinzufügen (unbegrenztes Risiko) und Berufsunfähigkeitsschutz prüfen (sein Einkommen ist sein wichtigster Vermögenswert). Handy- und Gepäckversicherung kündigen (Schäden, die seine Ersparnisse decken können). Rechtsschutz: optional; nur behalten, wenn er ein echtes Streitrisiko sieht.
(b) Handy €9 × 12 = €108 plus Gepäck €40 = €148 pro Jahr.
(c) Erhöhung der Selbstbeteiligung = €300 − €150 = €150. Break-even = €150 ÷ €25 = 6 Jahre.
Einschränkungen: Echte Entscheidungen hängen von Vertragsbedingungen, Ausschlüssen und der persönlichen Gesundheit ab; holen Sie sich für die Berufsunfähigkeitsversicherung neutralen Rat.
Das Wichtigste in Kürze
- Versichern Sie Schäden, die Ihre Ersparnisse nicht tragen könnten; kleine Schäden tragen Sie selbst.
- Kranken- und Kfz-Haftpflichtversicherung sind Pflicht; die private Haftpflicht ist für fast alle unverzichtbar.
- Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherung sind am wichtigsten, wenn andere von Ihrem Einkommen abhängen.
- Beurteilen Sie Selbstbeteiligungen mit der Break-even-Regel und Ihrem Notgroschen.
Nächster Schritt
In der nächsten Lektion sehen Sie, wie das deutsche Rentensystem funktioniert und wie Sie Ihre eigene Rentenlücke schätzen.
Selbsttest
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