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Chartmuster und Measured Moves

Erkennen Sie Flaggen, Dreiecke, Schulter-Kopf-Schulter-Formationen sowie Doppelhochs und Doppeltiefs und verstehen Sie, warum viele Muster scheitern.

Autor: Moustafa HijaziInhalt geprüft: 2026-10-303 Min. LesezeitSelbstlernkurs

Das lernen Sie

  • Den Aufbau von Flaggen, Dreiecken, Schulter-Kopf-Schulter-Formationen sowie Doppelhochs und Doppeltiefs.
  • Wie Sie ein Kursziel nach der Measured-Move-Methode berechnen.
  • Warum viele Muster scheitern und wie Sie die Invalidierung festlegen.
  • Wie Sie Muster mit Struktur und Zonen kombinieren.

Erklärung

Ein Chartmuster ist eine wiederkehrende Form im Kursverlauf, die eine Pause oder eine Veränderung im Gleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern zeigt. Muster sind für sich genommen keine Signale. Sie sind eine Möglichkeit, die Struktur zu ordnen, die Sie bereits kennengelernt haben.

Fortsetzungsmuster

  • Flagge: eine starke Bewegung (der Flaggenmast), danach ein kleiner, leicht gegen den Trend gerichteter Kanal. Auslöser ist ein Schluss außerhalb des Kanals in Richtung des Mastes.
  • Dreieck: Der Kurs bildet immer kleinere Swings zwischen zwei zusammenlaufenden Linien. Bei einem aufsteigenden Dreieck ist die Oberseite flach und die Tiefs steigen; bei einem absteigenden Dreieck ist die Unterseite flach und die Hochs fallen; bei einem symmetrischen Dreieck neigen sich beide Linien aufeinander zu.

Umkehrmuster

  • Schulter-Kopf-Schulter: drei Gipfel, der mittlere (der Kopf) am höchsten. Die Nackenlinie verbindet die Tiefs zwischen den Gipfeln. Ein Schluss unter der Nackenlinie ist der Auslöser. An Böden gibt es eine umgekehrte Version.
  • Doppelhoch / Doppeltief: zwei Gipfel (oder Täler) auf etwa demselben Kursniveau mit einem Tal (oder Gipfel) dazwischen. Auslöser ist ein Schluss jenseits dieses mittleren Punkts.

Der Measured Move

Ein Measured Move (Kursprojektion) überträgt die Höhe des Musters vom Ausbruchspunkt aus. Er liefert eine Orientierung für ein Kursziel, keine Prognose. Der Kurs stoppt oft schon früher an einer gegenläufigen Zone oder läuft weiter.

Warum Muster scheitern

  • Muster sind im Nachhinein leicht zu erkennen. In Echtzeit werden viele Formen nie vollendet.
  • Offensichtliche Ausbruchsniveaus ziehen Stop-Orders an; der Kurs kann sie durchstoßen und dann drehen. Das ist ein Fehlausbruch.
  • Ein Muster gegen die Grundausrichtung des höheren Zeitrahmens hat weniger Rückhalt.

Jeder Muster-Trade braucht daher einen Invalidierungspunkt: die Stelle, an der die Musteridee eindeutig falsch ist.

Rechenbeispiel

Hypothetisches Beispiel mit drei Mustern in $. Gebühren, Spreads und Steuern sind nicht berücksichtigt.

1. Schulter-Kopf-Schulter: Kopf bei $120, Nackenlinie bei $110.

  1. Höhe: $120 − $110 = $10
  2. Kursziel: Nackenlinie − Höhe = $110 − $10 = $100
  3. Invalidierung: ein Schluss zurück über der rechten Schulter, zum Beispiel $116.

2. Bullische Flagge: Mast von $50 bis $60, die Flagge driftet hinunter auf $57, Ausbruch bei $58.

  1. Masthöhe: $60 − $50 = $10
  2. Kursziel: Ausbruch + Mast = $58 + $10 = $68

3. Doppelhoch: Hochs bei $80, Tal dazwischen bei $75.

  1. Höhe: $80 − $75 = $5
  2. Kursziel: $75 − $5 = $70

Bevor der Trader die Schulter-Kopf-Schulter-Formation handelt, prüft er: Gibt es bei $104 eine Nachfragezone? Falls ja, liegt das realistische Kursziel bei $104, nicht bei $100.

Häufiger Fehler

Einstieg vor dem AuslöserWer die rechte Schulter verkauft, bevor die Nackenlinie bricht, oder innerhalb eines Dreiecks kauft, „weil es nach oben ausbrechen wird“, handelt ein Muster, das es noch gar nicht gibt. Warten Sie auf den Schluss jenseits der Auslöselinie und akzeptieren Sie, dass Ihnen manche Bewegungen entgehen.

Übung

Hypothetisches Doppeltief in €: zwei Tiefs bei €40, Gipfel dazwischen bei €46. Berechnen Sie das Measured-Move-Kursziel. Nennen Sie dann ein sinnvolles Invalidierungsniveau und einen Grund, warum das Kursziel möglicherweise nicht erreicht wird.

Lösung anzeigen

Höhe: €46 − €40 = €6. Kursziel: €46 + €6 = €52.

Invalidierung: ein Schluss zurück unter den Tiefs bei €40 (oder unter dem zweiten Tief). Das Kursziel wird möglicherweise nicht erreicht, weil vor €52 eine gegenläufige Angebotszone liegt, der höhere Zeitrahmen im Abwärtstrend ist oder Nachrichten dazwischenkommen.

Einschränkungen: Measured Moves sind eine Konvention, kein Gesetz; betrachten Sie sie nur als Orientierung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Muster ordnen die Struktur; für sich genommen sind sie keine Signale.
  • Warten Sie auf einen Schluss jenseits der Auslöselinie (Nackenlinie, Flaggenrand, mittlerer Punkt).
  • Der Measured Move überträgt die Musterhöhe vom Ausbruch aus; prüfen Sie zuerst gegenläufige Zonen.
  • Legen Sie für jedes Muster eine Invalidierung fest, denn viele Muster scheitern.

Nächster Schritt

In der nächsten Lektion vertiefen Sie gleitende Durchschnitte: wie sie berechnet werden, wie sie nachlaufen und wie Sie sie als dynamische Unterstützung nutzen.

Selbsttest

Beantworten Sie die Fragen und prüfen Sie dann Ihre Antworten. Sie können es so oft wiederholen, wie Sie möchten.

1. Hypothetische Schulter-Kopf-Schulter-Formation: Kopf $95, Nackenlinie $87. Wie lautet das Measured-Move-Kursziel nach einem Bruch der Nackenlinie?

2. Was ist ein Fehlausbruch?

3. Hypothetische bullische Flagge: Mast von €20 bis €26, Ausbruch aus der Flagge bei €25. Wie lautet das Measured-Move-Kursziel?

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