Content-Marketing und Video
Planen Sie Inhalte mit Säulen und Clustern, schreiben Sie Skripte für kurze und lange Videos, verwerten Sie einen Inhalt mehrfach und messen Sie die Kosten pro Lead.
Was Sie lernen werden
- Wie Content-Säulen und Themencluster Ihre Inhalte mit Ihrem Angebot verbinden
- Eine einfache vierteilige Skriptstruktur für Lehrvideos
- Wie Mehrfachverwertung den Zeitaufwand pro Inhalt senkt
- Wie Sie aus Ihrer eigenen Zeit die Kosten pro Inhalt und die Kosten pro Lead berechnen
Erklärung
Content-Marketing bedeutet, nützliches Material (Artikel, Videos, Ratgeber, Podcasts) zu veröffentlichen, das Ihrer Nische hilft, damit Menschen Sie finden, Ihnen vertrauen und später kaufen. Es geht nicht darum, so viel wie möglich zu veröffentlichen; jeder Inhalt sollte mit einem Kundenproblem verbunden sein, das Ihr Angebot löst.
Säulen und Cluster
Eine Content-Säule ist ein Hauptthemenbereich, der zu einem Teil Ihres Angebots passt, zum Beispiel „Rechnungsstellung für Übersetzer“. Ein Themencluster ist eine Gruppe kleinerer Inhalte rund um diese Säule („Preise pro Wort“, „Rechnungen an Kunden im Ausland“, „Zahlungserinnerungen“), die alle auf eine ausführliche Säulenseite verlinken. Diese Struktur baut auf der SEO-Lektion auf: Sie hilft Suchmaschinen und Lesern, Ihre Expertise zu einem Thema zu erkennen. Drei bis fünf Säulen reichen für ein kleines Unternehmen aus.
Video-Grundlagen
Video zeigt Ihr Gesicht, Ihre Stimme und Ihre Art zu erklären; das baut bei vielen Zuschauern schneller Vertrauen auf als Text. Eine einfache Struktur für ein Lehrvideo:
- Hook (erste Sekunden): Nennen Sie das Problem oder das Ergebnis, damit die Zuschauer wissen, dass das Video relevant ist.
- Kontext: warum das wichtig ist und für wen es gedacht ist.
- Schritte: der eigentliche Lehrinhalt, konkret gezeigt, eine Idee nach der anderen.
- Call to Action: ein nächster Schritt, zum Beispiel eine kostenlose Checkliste, für die man sich per E-Mail anmelden muss.
Praktische Faustregeln: Klarer Ton ist wichtiger als eine teure Kamera; fügen Sie Untertitel hinzu, weil viele Menschen ohne Ton schauen und Untertitel auch Zuschauern helfen, die keine Muttersprachler sind; verwenden Sie nur Musik und Bilder, für die Sie die Rechte haben, und prüfen Sie die Lizenzbedingungen. Long-Form-Videos (mehrere Minuten oder länger) eignen sich für ausführliche Erklärungen und die Suche auf Videoplattformen; Short-Form-Videos (meist unter einer Minute, Hochformat) eignen sich für schnelle Tipps und um neue Zuschauer zu erreichen. Plattformregeln und Formate ändern sich, prüfen Sie daher vor der Produktion die aktuellen Vorgaben.
Mehrfachverwertung
Mehrfachverwertung (Repurposing) bedeutet, aus einem Hauptinhalt mehrere Formate zu machen: Ein langes Video wird zu einem Artikel, drei kurzen Clips, einem Newsletter und einigen Social-Media-Beiträgen. Recherche und Denkarbeit fallen nur einmal an, daher braucht jedes weitere Format viel weniger Zeit.
Inhalte messen
Ihre Zeit ist der wichtigste Kostenfaktor. Geben Sie ihr einen Wert pro Stunde (was Sie sonst verdienen könnten oder was ein Freelancer kosten würde). Dann gilt: Kosten pro Inhalt = Gesamtstunden × Stundenwert ÷ Anzahl der Inhalte und Kosten pro Lead = Gesamtkosten ÷ neue Leads. Ein Lead ist eine Person, die Interesse gezeigt und Ihnen eine Kontaktmöglichkeit gegeben hat, meist eine E-Mail-Adresse.
Rechenbeispiel
Hypothetisches Beispiel: Lena bewertet ihre Zeit mit €30 pro Stunde. Ein 10-minütiges Lehrvideo erfordert: Skript 1.5 h, Aufnahme 1 h, Schnitt 3 h, Veröffentlichung 0.5 h = 6 h. Kosten: 6 × €30 = €180 für einen Inhalt.
Mit Mehrfachverwertung ergänzt sie: einen Artikel (1.5 h), drei kurze Clips (1.5 h), einen Newsletter (0.5 h) = 3.5 h zusätzlich.
| Nur Video | Video + Mehrfachverwertung | |
|---|---|---|
| Stunden | 6 | 6 + 3.5 = 9.5 |
| Kosten | 6 × €30 = €180 | 9.5 × €30 = €285 |
| Inhalte | 1 | 6 |
| Kosten pro Inhalt | €180 | €285 ÷ 6 = €47.50 |
Über drei Monate veröffentlicht sie 12 solcher Pakete: 12 × €285 = €3,420 an Zeit. Ihr E-Mail-Tool zeigt 60 neue Anmeldungen, die diesen Inhalten zugeordnet sind. Kosten pro Lead: €3,420 ÷ 60 = €57. Nicht berücksichtigt: Software, Mikrofon und mögliche spätere Verkäufe an diese Leads. Sie hat nun einen Vergleichswert für bezahlte Werbung (Lektion 7).
Häufiger Fehler
Übungsaufgabe
Auf Papier: Sie schreiben einen ausführlichen Artikel in 5 Stunden und bewerten Ihre Zeit mit €25 pro Stunde. Sie verwerten ihn zu vier Social-Media-Beiträgen (insgesamt 2 Stunden) und einem Newsletter (1 Stunde). (1) Wie hoch sind die Gesamtkosten und die Kosten pro Inhalt? (2) Wenn dieses Paket 20 E-Mail-Anmeldungen bringt, wie hoch sind die Kosten pro Lead? (3) Schreiben Sie eine vierteilige Skriptgliederung (Hook, Kontext, Schritte, CTA) für ein kurzes Video auf Basis des Artikels.
Lösung anzeigen
(1) Stunden: 5 + 2 + 1 = 8. Kosten: 8 × €25 = €200. Inhalte: 1 Artikel + 4 Beiträge + 1 Newsletter = 6. Kosten pro Inhalt: €200 ÷ 6 ≈ €33.33. (2) Kosten pro Lead: €200 ÷ 20 = €10. (3) Beispiel: Hook „Ihr Kunde im Ausland hat nicht bezahlt? Prüfen Sie diese drei Rechnungsangaben.“ Kontext: Rechnungen an Kunden in der EU brauchen zusätzliche Angaben. Schritte: USt-IdNr. des Kunden, der richtige Hinweis auf der Rechnung, die Zahlungsfrist. CTA: „Laden Sie die kostenlose Checkliste herunter.“
Grenzen: Alle Anmeldungen einem Paket zuzuordnen, ist eine Vereinfachung; Menschen sehen oft mehrere Inhalte, bevor sie sich anmelden.
Das Wichtigste in Kürze
- Ordnen Sie Inhalte in wenige Säulen mit Themenclustern, die auf eine Säulenseite verlinken
- Gliedern Sie Lehrvideos in Hook, Kontext, Schritte und einen Call to Action; geben Sie klarem Ton und Untertiteln Vorrang
- Wer einen Hauptinhalt in mehrere Formate verwertet, senkt die Kosten pro Inhalt
- Bewerten Sie Ihre Zeit, um Kosten pro Inhalt und Kosten pro Lead zu berechnen, und nutzen Sie diese als Vergleichswerte
Nächster Schritt
In der nächsten Lektion lernen Sie, wie Sie Social Media nutzen, um diese Inhalte ehrlich zu verbreiten, und messen, was sie bringen.
Selbsttest
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