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Wie die globalen Märkte zusammenhängen

Sehen Sie, wie Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe und Krypto miteinander verbunden sind und warum sich eine Bewegung in einem Markt auf andere ausbreiten kann.

Autor: Moustafa HijaziInhalt geprüft: 2026-10-303 Min. LesezeitSelbstlernkurs

Was Sie lernen werden

  • Die fünf wichtigsten Marktgruppen und was jeweils gehandelt wird.
  • Warum Geld zwischen diesen Märkten fließt.
  • Wie eine Währungsbewegung Ihr Ergebnis bei einem ausländischen Vermögenswert verändern kann.
  • Warum „Makro“ Kontext bedeutet und keine Vorhersage.

Erklärung

Makro (kurz für Makroökonomie) ist die Lehre von der Volkswirtschaft als Ganzes: Wachstum, Inflation, Zinsen, Beschäftigung und Geld. In diesem Kurs nutzen wir Makro, um zu verstehen, warum sich Märkte gemeinsam bewegen.

Die wichtigsten Marktgruppen sind:

  • Aktien: Miteigentum an einem Unternehmen. Die Kurse hängen von den erwarteten Gewinnen ab und davon, wie viel Anleger dafür zu zahlen bereit sind.
  • Anleihen: Kredite an einen Staat oder ein Unternehmen. Der Kreditgeber erhält Zinsen. Anleihekurse bewegen sich, wenn sich die Zinsen ändern.
  • Währungen (Forex, kurz für Foreign Exchange, Devisenhandel): der Preis einer Währung in einer anderen, zum Beispiel Euro in US-Dollar.
  • Rohstoffe: Rohmaterialien wie Öl, Gold, Kupfer und Weizen. Die meisten werden in US-Dollar notiert.
  • Krypto-Assets: digitale Token wie Bitcoin. Sie werden rund um die Uhr gehandelt und können sehr volatil sein (die Kurse schwanken stark).

Diese Märkte sind aus drei einfachen Gründen miteinander verbunden:

  1. Geld muss irgendwo liegen. Wenn Anleger einen Vermögenswert verkaufen, fließt das Geld oft in einen anderen. Wenn Anleihen höhere Zinsen zahlen, kann ein Teil des Geldes aus Aktien abfließen.
  2. Gemeinsame Treiber. Zinsen, Inflation und Wirtschaftswachstum beeinflussen nahezu jeden Vermögenswert gleichzeitig.
  3. Preise werden in Währungen notiert. Wenn Sie in Deutschland leben und einen US-Vermögenswert kaufen, hängt Ihr Ergebnis in Euro vom Vermögenswert und vom Wechselkurs EUR/USD ab.

Die Zusammenhänge sind Tendenzen, keine Gesetze. Eine Beziehung, die jahrelang galt, kann sich abschwächen oder umkehren. Makro gibt Ihnen eine Landkarte der Kräfte; es verrät Ihnen nicht den Kurs von morgen.

Rechenbeispiel

Hypothetisches Beispiel: Ein Anleger in Deutschland kauft US-Aktien im Wert von $1,000. Annahmen: Der Aktienkurs in Dollar ändert sich nicht; nur der Wechselkurs bewegt sich. Gebühren, Spreads und Steuern sind nicht berücksichtigt.

  1. Beim Kauf gilt EUR/USD = 1.10 (für 1 Euro erhält man 1.10 Dollar). Kosten in Euro: $1,000 ÷ 1.10 = €909.09.
  2. Einige Monate später gilt EUR/USD = 1.20 (der Euro ist stärker, der Dollar schwächer).
  3. Wert in Euro: $1,000 ÷ 1.20 = €833.33.
  4. Veränderung: €833.33 − €909.09 = −€75.76, also etwa −8.3%.

Die Aktien sind in Dollar überhaupt nicht gefallen, aber der Anleger hat in Euro etwa 8.3% verloren. Das ist das Währungsrisiko. Es wirkt auch in die andere Richtung: Ein schwächerer Euro hätte einen Gewinn hinzugefügt.

Häufiger Fehler

Einen Markt isoliert betrachtenViele Einsteiger beobachten nur den Chart des Vermögenswerts, den sie handeln. Eine plötzliche Bewegung bei den Zinsen oder beim Dollar kann viele Vermögenswerte gleichzeitig bewegen. Fragen Sie sich immer: „Was bewegt sich heute sonst noch, und könnte das die eigentliche Ursache sein?“

Übung

Beantworten Sie auf Papier: Sie kaufen einen US-amerikanischen börsengehandelten Fonds (ETF) für $2,000, als EUR/USD = 1.25 ist. Später ist der Fonds immer noch $2,000 wert und EUR/USD = 1.00. Wie hoch ist der Wert in Euro vorher und nachher, und wie groß ist die prozentuale Veränderung? Lassen Sie Gebühren und Steuern außer Acht.

Lösung anzeigen

Vorher: $2,000 ÷ 1.25 = €1,600. Nachher: $2,000 ÷ 1.00 = €2,000. Veränderung: +€400, also +25%. Der gesamte Gewinn stammt aus dem stärkeren Dollar (schwächeren Euro).

Einschränkungen: Reale Ergebnisse enthalten auch Gebühren, Spreads, Dividenden und Steuern, und der Kurs des Vermögenswerts selbst ändert sich in der Regel ebenfalls.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe und Krypto haben gemeinsame Treiber wie Zinsen, Inflation und Wachstum.
  • Geld, das aus einem Markt abfließt, fließt oft in einen anderen.
  • Für einen Anleger mit Euro als Basiswährung tragen ausländische Vermögenswerte ein Währungsrisiko.
  • Marktzusammenhänge sind Tendenzen, die sich ändern können; sie sind keine Garantien.

Nächster Schritt

In der nächsten Lektion lernen Sie, wie Währungspaare notiert werden und wie Sie Pips und Spreads berechnen.

Selbsttest

Beantworten Sie die Fragen und prüfen Sie dann Ihre Antworten. Sie können es so oft wiederholen, wie Sie möchten.

1. Was bedeutet „Makro“ in diesem Kurs?

2. Hypothetisch: Sie halten US-Aktien im Wert von $1,000. EUR/USD bewegt sich von 1.00 auf 1.25, und der Aktienkurs in Dollar bleibt unverändert. Was passiert mit dem Wert in Euro (ohne Gebühren)?

3. Welche Aussage über Zusammenhänge zwischen Märkten ist am zutreffendsten?

Automatischer Selbsttest zur eigenen Wiederholung. Ihre Antworten werden in Ihrem Browser geprüft und von uns weder eingesehen noch bewertet. Es ist keine Prüfung und kein Abschluss.

Ihr Fortschritt

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